Am Pavillon sind an zwei Wandfeldern rechteckige klassizistische Reliefs eingelassen. Sie bestehen aus Stuck bzw. Kunststein und zeigen antikisierende mythologische Szenen. Beide Reliefs gehören inhaltlich zusammen und bilden ein geschlossenes ikonographisches Programm.

Erstes Relief: Bacchischer Kultzug (Thiasos). Das erste Relief zeigt einen geordneten dionysischen Kultzug. Zu sehen sind mehrere Figuren in fließenden antikisierenden Gewändern, darunter: ein kultisch handelnder Mann an einem kleinen Altar, eine geflügelte Gestalt (Amor/Eros), tanzende Mänaden (Bacchantinnen) mit Weinlaub- und Traubenmotiven, sowie ein Wein- oder Opfergefäß (Amphora).

Die Szene verweist eindeutig auf den Dionysos-/Bacchus-Kult, der in der antiken Bildwelt für Wein, Fruchtbarkeit, Lebensfreude und die belebende Kraft der Natur steht. Die Darstellung ist feierlich und ausgewogen – weniger ekstatisch als vielmehr kultisch und harmonisch.

Zweites Relief: Musik, Tanz und Liebesrausch. Das zweite Relief greift dasselbe Themenfeld auf, ist jedoch bewegter und spielerischer gestaltet. Es zeigt: mehrere Putten/Eroten, tanzende und teils lagernde weibliche Figuren (Bacchantinnen), ein Musikinstrument (Leier/Lyra) als zentrales Motiv, sowie einen größeren geflügelten Amor als treibende Kraft der Szene.

Hier stehen Musik, Tanz, Liebe und emotionale Hingabe im Vordergrund. Der dionysische Rausch erscheint nicht als Chaos, sondern als ästhetisch gebändigter, „schöner“ Überschwang, ganz im Sinne des Klassizismus.

Gemeinsam vermitteln die beiden Reliefs ein antikes Idealbild von Harmonie zwischen Mensch und Natur. Der Mensch ehrt die Götter, genießt Wein, Musik und Tanz und findet darin Ausgleich, Freude und geistige Freiheit.

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Niederösterreich 3D - Bruck an der Leitha - Pavillon Reliefs
Niederösterreich 3D - Bruck an der Leitha - Pavillon Reliefs

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