Die Statue des Rochus von Montpellier befindet sich vor der Pfarrkirche Falkenstein am Aufgang zur Kirche und ist Teil eines barocken Figurenensembles entlang der Freitreppe. Gemeinsam mit anderen Heiligenfiguren flankiert sie den Zugang zum sakralen Raum und übernimmt damit eine symbolische Schutzfunktion. Die Figur wird kunsthistorisch in das späte 17. Jahrhundert datiert und entstand somit in einer Zeit, in der religiöse Bildwerke häufig als Ausdruck von Frömmigkeit und als Reaktion auf Krisen wie Seuchen errichtet wurden. Stilistisch zeigt sie die für den Barock typische bewegte Darstellung und dient zugleich als sichtbares Zeichen des Glaubens im öffentlichen Raum.
Der heilige Rochus von Montpellier ist einer der bekanntesten Pestheiligen Europas und wurde besonders in Zeiten von Epidemien verehrt. Er lebte vermutlich im 14. Jahrhundert und widmete sich der Pflege von Kranken, wobei er selbst an der Pest erkrankte. In der Kunst wird er meist als Pilger dargestellt, oft mit entblößtem Bein, um die Pestwunde zu zeigen, sowie mit einem Hund, der ihn der Überlieferung nach mit Brot versorgte. Seine Verehrung verbreitete sich vor allem nach den großen Pestwellen der frühen Neuzeit stark, weshalb seine Darstellungen – wie auch die Statue in Falkenstein – häufig als Schutz- und Fürbittzeichen für die Bevölkerung errichtet wurden.