An der Außenfassade der Pfarrkirche Hl. Mauritius befindet sich ein stark verwittertes, aber in seiner Komposition noch gut ablesbares mittelalterliches Fassadenfresko, das mit einer gotischen Wandnische kombiniert ist. Fresko und Nische bilden eine bewusst zusammengefügte Andachtszone im Außenraum.

Fresko: Links dominiert die Darstellung der Kreuzigung Christi. Christus erscheint frontal am Kreuz, mit geneigtem Haupt; die Figur ist schlank proportioniert, die Modellierung zurückhaltend, was auf eine Entstehung im späten 14. oder frühen 15. Jahrhundert hinweist. Das Kreuz ist durch eine farbige Rahmung betont, deren Blau- und Ockertöne heute nur noch fragmentarisch erhalten sind.
Rechts davon ist eine stehende Heiligenfigur mit Nimbus zu erkennen, vermutlich eine Begleitfigur der Passion. Die Malerei ist insgesamt stark abgewittert: Putzverluste, Ausblühungen und Übermalungen lassen die ursprüngliche Farbigkeit nur erahnen, doch die ikonografische Gliederung bleibt klar.

Wandnische: Unmittelbar rechts schließt eine steinerne, gotische Wandnische an. Sie ist spitzbogig ausgebildet, mit profilierten Gewänden und einem kleinen, vorkragenden Sockel. Die Rückwand zeigt Reste einer roten Ausmalung, was darauf hindeutet, dass die Nische ursprünglich farbig gefasst war und bewusst in das Fresko eingebunden wurde. Ein kleiner Eisenstift in der Rückwand deutet auf die Nutzung als Kerzen- oder Lichtnische hin, möglicherweise auch zur Aufnahme einer kleinen Figur.

Objektfotos
Niederösterreich 3D - Spitz an der Donau - Fresko
Niederösterreich 3D - Spitz an der Donau - Fresko

Standort



Mehr aus dem Bezirk Krems: