Unmittelbar unterhalb der Burg Bratislava befand sich im Frühmittelalter ein bedeutendes kirchliches Zentrum des Großmährischen Reiches. Die sogenannte großmährische Basilika entstand im 9. Jahrhundert, vermutlich in der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts, als Bratislava als wichtiger Macht- und Verwaltungsort eine zentrale Rolle in Politik und Kirche spielte. Bei der Basilika handelte es sich um einen repräsentativen Sakralbau, der wahrscheinlich als Hauptkirche eines befestigten Areals diente. Ihre Größe und Bauweise deuten auf enge Verbindungen zur herrschenden Elite sowie auf die fortschreitende Christianisierung Großmährens hin, die unter dem Einfluss von Byzanz und dem Frankenreich stand.
Heute sind keine aufragenden Mauern der Basilika mehr erhalten, sichtbar geblieben sind jedoch Fundamente und Grundrisse, Reste von Mauerzügen sowie Spuren weiterer Gebäude, darunter ein kleinerer Kirchenbau und ein Beinhaus (Karner) aus dem 11. bis 12. Jahrhundert. Diese Überreste wurden in der barocken Gartenanlage unterhalb der Burg durch archäologische Rekonstruktionen und Bodenmarkierungen anschaulich gemacht. Farbige Steinsetzungen verdeutlichen die unterschiedlichen Bauphasen und Gebäudetypen und ermöglichen es Besucherinnen und Besuchern, die Struktur der frühmittelalterlichen Anlage nachzuvollziehen.